Frauen von La Surenita (Foto: Gepa)
Das diesjährige Motto des Internationalen Frauentags am 8. März lautet „Rechte. Gerechtigkeit. Handeln. Für ALLE Frauen und Mädchen“ Dieses trifft ganz besonders auf den Fairen Handel zu, ist doch die Geschlechtergerechtigkeit in Punkt 6 der WFTO -Prinzipien fest verankert.
In diesem Jahr verbindet die Gepa aber den Weltfrauentag auch mit dem UN- Jahr „Frauen in der Landwirtschaft“
Wie Frauen im Fairen Handel gezielt gefördert werden, zeigen zwei Organisationen, die Genossenschaft La Surenita in Honduras und die Firma Isik in der Türkei. Mit La Surenita kooperiert die Gepa schon seit 38 Jahren, mit Isik seit 2016. La Surenita liefert Cashewnüsse, Isik Haselnüsse für Schokolade und Cookies sowie Rosinen.
„La Sureñita: „Menschenwürde und Respekt“ im Fokus
La Sureñita vertreibt Cashew-Produkte aus der Provinz Choluteca im Südosten von Honduras – eine der ärmsten Regionen des Landes. Das trockene Klima erlaubt nur geringen Ackerbau. Die wenigen Einkommensmöglichkeiten stehen fast nur Männern offen. Frauen sind in jeder Hinsicht benachteiligt und müssen ihre
Kinder oft ohne Vater großziehen. Einige von ihnen begannen bereits vor über 40 Jahren mit Unterstützung der Friedrich-Ebert-Stiftung, die früher ungenutzten Cashew-Äpfel zu verarbeiten.
Heute zählt La Sureñita mit 100 weiblichen Mitgliedern und 80 angestellten Arbeiterinnen in Honduras zu den führenden Unternehmen in der Cashew-Wertschöpfungskette. So schafft La Sureñita Arbeitsplätze und Einkommen für Frauen sowie Perspektiven für Familien im ländlichen Raum. Der Cashew-Baum ist eine trockenresistente Pflanze und daher für das heiße Klima in der Region geeignet. Die Pflanzen tragen auch zum Erosionsschutze bei. Das ist in der jetzigen Klimakrise mit unberechenbaren Trockenzeiten und seltenen, aber heftigen Starkregenfällen sehr wichtig. María Antonia López, Präsidentin von La Sureñita, hat die Bedeutung der langjährigen Partnerschaft mit der GEPA bei ihrem Besuch anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der GEPA im letzten Jahr auf den Punkt gebracht: „Wenn wir von Fairem Handel sprechen, geht es nicht nur um einen angemessenen Preis, sondern um Menschenwürde, um Respekt – um die Wertschätzung der Arbeit, die wir mit unseren Händen und oft unter schwierigen Bedingungen leisten.“ Wie die GEPA ethisches Wirtschaften versteht, macht die Präsidentin an einem weiteren Beispiel deutlich: „Die GEPA hat uns gezeigt, dass wir im Kampf für soziale Gerechtigkeit, für die Gleichstellung der Geschlechter und für ökologische Nachhaltigkeit nicht allein sind. Dank der GEPA haben wir unsere Bio-Cashews nach Deutschland und in andere Länder exportiert. Zudem haben wir Geschichten über die Überwindung von Armut, Geschichten von Frauen exportiert: Sie haben Armut in Führung, Verlassenheit in Organisation und Schweigen in eine kollektive Stimme verwandelt.
Gemeinsam stark: Wie Ișik Frauen unterstützt
Ișik unterstützt die weiblichen Beschäftigten auch mit besonderen Programmen wie ökologische Landwirtschaft und Umweltschutz, Erste Hilfe, Verhütung, Hygiene und Sanitärversorgung. Frauen machen einen großen Teil der Arbeitskräfte aus, insbesondere in der Haselnuss- und Rosinenproduktion, vor allem während der
Ernte und bei den Nachernte-Arbeiten. Frauen sind beispielsweise aktiv an Verarbeitungsschritten wie dem Sortieren und Verpacken beteiligt. Die Firma Ișik geht bei Frauenförderung ebenfalls mit gutem Beispiel voran. Die Beschäftigten in den Verarbeitungsanlagen erhalten unbefristete Arbeitsverträge – eine positive Ausnahme vor allem bei Frauen.
Internationales Jahr der Frauen in der Landwirtschaft
Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2026 zum Internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft erklärt. In
diesem Jahr wird die wichtige Rolle der Frauen in den Agrar- und Ernährungssystemen, von der Produktion bis zum Handel in den Vordergrund gerückt. Bäuerinnen spielen eine zentrale Rolle für die Ernährungssicherheit, die Ernährung und die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit – was oft viel zu wenig anerkannt wird. Das Internationale Jahr der Frauen in der Landwirtschaft 2026 soll das Bewusstsein schärfen und Maßnahmen fördern, um die geschlechtsspezifischen Unterschiede zu beseitigen und die Lebensbedingungen von Frauen weltweit zu verbessern.“ (Info: Gepa)

